Historische Chance vertan

Gestern hatte ich die tolle Chance als Mitglied der Bundesversammlung den Bundespräsidenten zu wählen. Leider konnte am Ende der parteilose Kandidat von SPD und Bündnis 90/ DIE GRÜNEN Joachim Gauck nicht genug Stimmen auf sich vereinen, um als Bundespräsident ins Schloss Bellevue einziehen zu können.

Obwohl Joachim Gauck die Sympathien und die Unterstützung der überwältigenden Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger genießt und einen Teil der Stimmen aus anderen Fraktionen auf sich ziehen konnte, reichte es nicht für eine Mehrheit. Das lag auch an dem halsstarrigen Verhalten der LINKEN, die mit ihrer Enthaltung im dritten Wahlgang ein weiteres Mal eine fehlende Auseinandersetzung mit ihrer eigenen ostdeutschen Vergangenheit bewiesen.

Damit wurde die Chance verpasst, einen Kandidaten, der für Menschlichkeit und Offenheit, genauso wie für den konsequenten Einsatz für Gerechtigkeit und Ausgleich steht, in das Amt des Staatsoberhaupts der BRD zu wählen.

Dass Christian Wulff trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der schwarz-gelben Stimmen in der Bundesvollversammlung erst im dritten Wahlgang die nötige Mehrheit bekam, ist für mich ein Sieg der Demokratie und der Souveränität politischen Handelns.

Joachim Gauck wäre ein Bundespräsident gewesen, der unserem Land sehr gut getan hätte. Jetzt werden wir mit Christian Wulff als Bundespräsident leben. Dennoch - es war für mich eine tolle Erfahrung und eine große Ehre an dieser Abstimmung teilnehmen zu dürfen. Anbei ein paar Impressionen eines aufregenden und spannungsgeladenen Tages im deutschen Bundestag.

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1 Kommentar

  1. Tom

    Hallo Wibke,
    obwohl Christian Wulff auch nicht mein Wunschkandidat war, sollte man nicht die Fakten zu der Wahl verzerren und die gleiche Leier (wie leider so viele grüne und SPD-Politiker immer wieder sich gegenseitig nachgesprochen haben) wiedergeben:

    1. "Obwohl Joachim Gauck die Sympathien und die Unterstützung der überwältigenden Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger genießt... "

    Bei keiner der Umfragen erreichte Gauck 50 % oder mehr, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_des_deutschen_Bundespr%C3%A4sidenten_2010#Meinungsumfragen_zu_den_Kandidaten
    Von einer überwältigenden Mehrheit kann keine Rede sein!

    2. "...reichte es nicht für eine Mehrheit. Das lag auch an dem halsstarrigen Verhalten der LINKEN, die mit ihrer Enthaltung im dritten Wahlgang ... "

    Mit dem Verhalten der Linken hatte die Wahlentscheidung nichts zu tun. Du wirst leicht nachrechnen können, dass auch MIT den Stimmen der Linken (die sich ja enthalten haben) Gauck keine Mehrheit gehabt hätte. Wulff wurde ausschließlich (ich nehme an, dass es bei den Grünen und der SDP keine Abweichler gab) mit den Stimmen der Koalition gewählt! Die Stimmen der Linken waren somit nicht ausschlaggebend. Die Wahlniederlage von Gauck lag nicht an dem halsstarrigen Verhalten der Linken.

    Ich schätze deinen Blog sehr und lese ihn schon recht lange, aber wenn ich undurchdachte Meinungsweitergabe lesen will, kann ich auch die Bild lesen.
    Ich hoffe, dass du deiner Linie treu bleibst und nicht zu sehr Politiker (im negativen Sinne) wirst.

    Viele Grüße
    Tom

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