Längere Laufzeiten: Foul-Spiel gegen die Stadtwerke

Die Bundesregierung hat mit der Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke eine fatale Entscheidung getroffen – nicht zuletzt für die Kommunen. Sie hat sich den vier großen Energiekonzernen gebeugt und damit die vielen Stadtwerke, die seit Jahren in den Umbau zu einer effizienten und nachhaltigen Energieversorgung investieren, vor den Kopf gestoßen. Allein in NRW investieren die 230 Stadtwerke mehr als 1,4 Mrd. Euro jährlich in den Ausbau der kommunalen Infrastruktur. Die Laufzeitverlängerung ändert die Geschäftsgrundlage der Stadtwerke, die sich auf den geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Beendigung des Atomzeitalters eingestellt hatten. Geplante Investitionen in Milliardenhöhe drohen in den nächsten Jahren zurückgestellt zu werden. Davon betroffen sind neben der Branche der Erneuerbaren Energien auch die örtlichen Handwerksbetriebe. Die 230 Stadtwerke in NRW sind das Rückgrat der dezentralen Energieversorgung, sie beschäftigen mehr als 39.000 Mitarbeiter. Der Beschluss ist ein grobes Foul gegen die Stadtwerke.

Nicht zuletzt ist eine Verlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre reine Augenwischerei. Denn nicht die Restlaufzeit, sondern die Reststrommengen werden für die Berechnung der Verlängerung zu Grunde gelegt. Das kann zur Folge haben, dass es letztlich zu einem Weiterbetrieb auch nach 2040 kommt. Diese Methode öffnet Tür und Tor für weitere Tricksereien der großen AKW-Betreiber.

Eine Pressemitteilung zu diesem Thema finden Sie hier:

Pressemitteilung Wibke Brems 08.09.2010 - Foul-Spiel gegen die Stadtwerke

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2 Kommentare

  1. Thomas G.

    Liebe Wibke,
    das Thema aus rein wirtschaftlicher Sicht zu betrachten, das geht mir gerade bei einer "Grünen" nicht weit genug! Die Stadtwerke Gütersloh im Verbund mit Bielefeld dürften dank der Beteiligung am Atomkraftwerk Grohnde sogar von der Laufzeitverlängerung profitieren.
    Aber was mich an Deinem Beitrag wirklich stört, ist das, was Atomkraftgegner seit Jahrzehnten auf die Straßen bringt. Du erwähnst mit keinem Wort die unkalkulierbaren Gefahren, die von jeder Sekunde mehr Weiterbetrieb für Mensch und Natur ausgeht. Wie unbeherrschbar die Atomkraft hat doch gerade vor vier Jahren der Zwischenfall im Akw Forsmark-1(Schweden) gezeigt, welcher nur mit Glück nicht im Gau endete. Deutsche Akws sind mitnichten sicherer. Das bedeutet, es ist nur eine Frage der Zeit, wann und wo das nächste Tschernobyl stattfindet.

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    • Wibke

      Hallo Thomas G.,
      herzlichen Dank für die Ergänzung meiner Ausführung. Ich wollte mit meinem Text auf weitere Auswirkungen neben den schon bekannten Problemen des Betriebs von AKW und der Entsorgungsproblematik hinweisen. Das ich diese Aspekte nicht beschrieben habe, heißt für mich nicht, dass sie nicht vorhanden sind. In meinem Blog behandel ich nicht alle Themen in der Ausführlichkeit, wie ich das bei einem alle Aspekte umfassenden Papier tun würde. Wir stehen hier also keinesfalls im Widerspruch zueinander und ich bin froh über die Ergänzungen.
      MfG Wibke Brems

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