Nordwalde: Erdgasprobebohrungen verunsichern die Bevölkerung

Weit über 100 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Grünen Steinfurter Kreisverbands gefolgt und hatten sich in Nordwalde/Kreis Steinfurt in der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule zum Informationsabend zum Thema Probebohrungen nach unkonventionellem Erdgas zusammengefunden.

In der Nordwalder Bauernschaft Scheddebrock hat Exxon-Mobil Probebohrungen nach unkonventionellem Erdgas bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt. Im emsländischen Lünne in Niedersachsen wird bereits das Erdgas mit der unkonventionellen Technik gefördert und mit Markus Rolink von der "IG Schönes Lünne" war ein Anwohner und Kritiker bei der Veranstaltung zugegen.

Die Angst vor den Auswirkungen auf die Umwelt und insbesondere das Trinkwasser treibt die Menschen im Kreis Steinfurt um. Das Fracking-Verfahren zur Gasgewinnung und die in großen Mengen dabei eingesetzten Chemikalien, von Exxon-Mobil bereits bei zahlreichen Probebohrungen in Deutschland angewandt, ruft die meiste Sorge hervor. Oliver Krischer, mein Grüner klimaschutz- und energiepolitischer Kollege aus dem Bundestag, musste leider erläutern, dass diese Problematik bei der Bundesregierung keinerlei Aufmerksamkeit findet.

In NRW ist die Situation zum Glück eine andere, konnte ich hingegen berichten. Wir Grüne unterstützen zwar generell den Einsatz von Erdgas als effizienter Energiequelle mit dem Charakter einer Brückentechnologie auf dem Weg zun einer vollständigen Versorgung aus erneuerbaren Energieträgern. Im Sinne der Versorgungssicherheit ist auch die Förderung von Erdgas in Deutschland grundsätzlich wünschenswert. Absoluten Vorrang hat für uns Grüne und die Landesregierung in NRW dabei aber der Schutz von Boden und Gewässern. Umweltverträglichkeitsprüfungen sind daher unerlässlich.

So konnte ich das gemeinsame Gutachten des Umweltministeriums und des Wirtschaftsmininsteriums anführen, das mögliche Auswirkungen von Erdgasprobebohrungen auf die Umwelt vorab untersuchen wird. Ich verwies auf unsere Forderung zur Anpassung des völlig überholten Bergrechts an die veränderten Anforderungen der Gegenwart und machte deutlich, dass Transparenz von großer Wichtigkeit ist: Bürgerinnen und Bürger müssen rechtzeitig, verständlich und vollständig über Verfahren, eingesetzte Stoffe und mögliche Umweltauswirkungen unterrichtet werden. Um diesen Prozess zu unterstützen,wird es in Kürze im Düsseldorfer Landtag eine Anhörung zu diesem Thema geben.

Eine Pressemitteilung von mir zum Thema unkonventionelles Erdgas finden Sie hier.

Aktuelle Informationen zum unkonventionellen Erdgas finden Sie unter Themen->Unkonventionelles Erdgas.

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