Foto: Bernd Schälte. Alle Rechte beim Landtag NRW.

Kleine Anfrage: Wird eine ortsnahe und lebensweltorientierte ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen bei der Förderung der seelischen Gesundheit durch den Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen unmöglich gemacht?

Sperriger Titel für eine kleine Anfrage, doch dahinter steckt ein erhebliches Problem: Der Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen hat entschieden, dass die Ambulanzen der kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen in Gütersloh geschlossen werden müssen. Diese ambulanten Leistungen sollen zukünftig von der LWL-Klinik in Hamm übernommen werden. Der Kreis und die Stadt Gütersloh haben sich in einem Schreiben an den Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der LWL-Universitätsklinik Hamm deutlich gegen die Entscheidung des Zulassungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen ausgesprochen. Danach dürfen die Tagesklinik in Rheda-Wiedenbrück wie auch die Familienambulanz am LWL-Klinikum in Gütersloh keine ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung mehr anbieten und die bestehenden Angebote vor Ort müssen eingestellt werden. Stattdessen soll das ambulante Angebot von der LWL-Uniklinik in Hamm übernommen werden. Eine solche ambulante Versorgung wäre weder bedarfsgerecht, noch ortsnah, noch für viele Betroffene leicht erreichbar.

Diese Entscheidung hat vor Ort für viel Unverständnis gesorgt. Neben der hierdurch stattfindenden Reduzierung des Angebotes vor Ort, würde diese Entscheidung auch die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Jugendhilfe und mit denen der Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen wie Familie, Kita und Schule erschweren oder gar unmöglich machen.

Gemeinsam mit unserer kinder- und jugendpolitischen Sprecherin Josefine Paul und unserem gesundheitspolitischen Sprecher Mehrdad Mostofizadeh frage ich daher an, was die Landesregierung gegen diese Planungen unternimmt, die im krassen Widerspruch zu den Handlungsempfehlungen und Vereinbarungen der Landesgesundheitskonferenz zur ortsnahen Versorgung in der Kinder-und Jugendpsychiatrie wie auch zu den Aussagen und Zielorientierung des Landespsychiatrieplanes NRW für eine integrierte Behandlung und Rehabilitation zur Sicherung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stehen.

 

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