Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung: Effiziente Strom- und Wärmegewinnung

Unter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) versteht man die gleichzeitige Gewinnung von Strom und Wärme. Dies kann durch Verbrennungsmotoren, Gas- und/oder Dampfturbinen in Verbindung mit einem Generator, zukünftig auch durch innovative Technologien wie Brennstoffzellen erfolgen. Der Vorteil der KWK gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme liegt in der deutlich besseren Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie. So können je nach eingesetzter Technologie Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent erreicht werden. Strom und Wärme können so wesentlich effizienter gewonnen werden.

KWK Schema

Kraft-Wärme-Kopplung in schematischer Darstellung (Quelle: EnergieAgentur.NRW)

Das Spektrum der KWK ist groß: Es reicht von dezentralen Mini- und Mikro-KWK-Anlagen z.B. für Einfamilienhäuser über eine komplette Energieversorgung durch Blockheizkraftwerke (BHKW) für Unternehmen oder Verwaltungen bis hin zur Nah- und Fernwärmeversorgung in Ballungsgebieten. Der vermehrte Einsatz von KWK soll dazu beitragen, die eingesetzte Energie effizienter zu nutzen und gleichzeitig die CO2 -Emissionen bei der Gewinnung von Strom und Wärme reduzieren.

Kleinere KWK-Anlagen können, wenn sie Teil eines virtuellen Kraftwerks sind, zudem dazu beitragen, die fluktuierende Einspeisung von Strom aus Wind- und Solaranlagen auszugleichen, in dem dann Strom produziert wird, wenn er benötigt wird. Dies ist besonders dann möglich, wenn durch Wärmespeicher oder einen Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz, Strom- und Wärmenutzung zeitlich entkoppelt werden können.

Die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung

Basis für den KWK-Ausbau ist das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK-G) des Bundes, das zum ersten Mal 2002 beschlossen wurde. Seit 2014 wurde eine Novellierung des Gesetzes gefordert.

So beauftragte der Landtag von NRW am 29.01.2015 mit großer Mehrheit die Landesregierung, sich im Zuge eines Bundesratsantrags für verbesserte Rahmenbedingungen beim KWK-Ausbau und ein beschleunigtes diesbezügliches Gesetzgebungsverfahren einzusetzen. (Antrag Die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) schnell und zielgerichtet vorantreiben – Nordrhein-Westfalens KWK-Potenziale nutzen).

In meinem Redebeitrag zu diesem Antrag bin ich darauf eingegangen, dass die Kraftwärmekopplung nicht nur effizient ist und den Kohlendioxidausstoß reduziert, KWK ergänzt insbesondere auch die Erneuerbaren Energien sehr gut, wenn sie stromgeführt gesteuert und mit einem Wärmespeicher kombiniert wird.

Der Bundesgesetzgeber erarbeitete Mitte 2015 endlich die dringend notwendige Novelle des KWK-G, die vom Land Nordrhein-Westfalen kritisch begleitet wurde und die seit dem 01.01.2016 in Kraft ist. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW bewertet in seinem Bericht der Landesregierung über „das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz aus der Sicht Nordrhein-Westfalens“ die neue Gesetzeslage überwiegend positiv im Sinne der nordrhein-westfälischen KWK-Ziele; „Festzustellen ist, dass die von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens formulierten Anforderungen an das neue KWKG überwiegend aufgegriffen worden sind und sich deutlich im KWKG 2016 niedergeschlagen haben.“

KWK in NRW: Vielfältige Fördermöglichkeiten im KWK-Impulsprogramm

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung ungenutzte Energieeffizienzpotenziale nutzen. NRW mit seinen dichtbesiedelten und einwohnerstarken Ballungsräumen bietet sich wie nur wenige andere Regionen für den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und die Nutzung von Fernwärmekonzepten an, stehen hier doch besonders viele private und gewerbliche Abnehmer für den KWK-Strom und die Wärme bereit. Daher haben SPD und GRÜNE 2012 im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass im Jahr 2020 mehr als 25% der landesweiten Stromerzeugung in NRW aus der KWK entstehen soll.

Die Landesregierung NRW will dazu verlässliche Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich der Förderstrukturen für die Kraft-Wärme-Kopplung schaffen. Deshalb hat sie das KWK-Impulsprogramm entwickelt, und deshalb wird sie dieses Programm in seinen verschiedenen Bausteinen auch kontinuierlich fortentwickeln. Insgesamt sollen dabei bis zu 250 Mio. EUR aus dem Landeshaushalt zur Verfügung gestellt werden.

Dabei setzt die federführende EnergieAgentur.NRW auf die Erfahrungen und Kompetenz der Branche. Die EnergieAgentur.NRW hat Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Verbände und Interessensvertretungen unter dem Dach KWK.NRW – Strom trifft Wärme zzusammengebracht, um die Aktivitäten und Maßnahmen imlogo-kwk-nrwBereich KWK zu bündeln und zu intensivieren. Im Fokus der Kampagne steht das gesamte Spektrum der KWK.

Eine Übersicht über die KWK-Aktivitäten der Landesregierung Nordrhein-Westfalens ist auf der Webseite des Umweltministeriums NRW zu finden: www.kwk-für-nrw.de

Potenziale von KWK in NRW

Das angestrebte Ziel, mindestens 25% KWK-Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 umzusetzen, ist ehrgeizig, aber durchaus realistisch, wie die KWK-Potenzialstudie im Auftrag des NRW-Klimaschutzministeriums und der EnergieAgentur.NRW zeigt. 35% der CO2-Emissionen und 35% der Rohstoffe in NRW könnten durch die vermehrte Nutzung von KWK-Anlagen eingespart werden. >> Mehr Informationen

Das KWK-Impulsprogramm

Zur Umsetzung der Ziele des KWK-Ausbaus bedarf es finanzieller Anreize. Das Umweltministerium hat daher das KWK-Impulsprogramm angestoßen. Mit diesem 250 Millionen Euro schweren Programm soll die KWK-Technologie kräftig angeschoben werden, indem es Beratungsinstrumente, Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten bündelt. >> Mehr Informationen

Alle Fördermöglichkeiten auf einen Blick

Ob mit dem KWK-Investitionszuschuss und dem Investitionskredit fürs Gewerbe, oder mit dem Programmbereich Markteinführung von progres.NRW für private Interessenten: Eine kompakte Übersicht zur KWK-Förderung des Landes NRW sowie des Bundes bietet die EnergieAgentur.NRW.

KWK-Modellkommune

Weitere 25 Millionen Euro gehen direkt an kommunale KWK-Projekte im Rahmen des Wettbewerbs KWK-Modellkommune. Mit dem Wettbewerb will die Landesregierung die Kommunen beim Auf- und Ausbau ihrer KWK-Anteile an der Stromerzeugung unterstützen. Gefördert werden dabei insbesondere Projekte, die Modellcharakter besitzen und im Sinne einer Blaupause auf andere Kommunen übertragbar sind. >> Mehr Informationen

Perspektiven für die Fernwärme

Neben der dezentralen Stromerzeugung durch KWK-Anlagen birgt insbesondere die Fernwärme ein erhebliches Ausbaupotenzial. So könnte im Ruhrgebiet durch den aktiven Ausbau der bestehenden Fernwärmeinseln der größte Fernwärmeverbund innerhalb der EU entstehen und erhebliche Mengen fossiler Brennstoffe eingespart werden. >> Mehr Informationen

 

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld