Informationen zur Konverterstation der HGÜ-Trasse „Ultranet“

Stand: 03.06.2015

Diese Informationen können hier als pdf-Dokument heruntergeladen werden.

In Ergänzung zu den in der Information zum "Netzausbau in NRW – jetzt und bis 2022" dargelegten Ausführungen zum östlichen HGÜ-Korridor (Emden/Borßum nach Osterath und von Osterath nach Philippsburg) soll im Folgenden auf die Diskussion über einen Konverter im Umkreis von Meerbusch-Osterath eingegangen werden:

Es befinden sich verschiedene Streckenplanungen von und nach Osterath in unterschiedlichen Planungsstufen. Zum einen gibt es eine EnLAG-Strecke (Strecke laut Energieleitungsausbaugesetz), welche einen 380kV-Leitungs-Neubau in bestehender Trasse zwischen Meerbusch-Osterath und Dormagen-Gohrpunkt umfasst. Diese Leitung wird auch an die bestehende Transformatorstation in Osterath angeschlossen.

Zum anderen ist der Punkt Osterath auch als Start und Endpunkt der „Ultranet“ genannten Hochspannungsgleichstromübertragungstrasse (HGÜ) genannt, die aus zwei Teilen von Emden nach Osterath und Osterath nach Philippsburg besteht.

Wofür wird eine HGÜ-Trasse benötigt?
Die bisher in Deutschland nicht eingesetzte Hochspannungsgleichstromübertragungs-Technik (HGÜ) ermöglicht es, verlustarm große Strommengen über große Distanzen zu befördern (Eine ausführliche Einführung mit Erläuterungen über das Stromnetz und die Stromversorgung sind in den Fragen und Antworten zu Strom und Stromnetzen zu finden.). Durch die Trasse soll Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands transportiert werden. Die Abschaltung von Atomkraftwerken im Süden macht es schon ab 2019 notwendig, eine Lösung für die Versorgung der Verbrauchszentren in Süddeutschland zu finden. Daher muss der südliche Teil der Strecke bis zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt werden. Denn Nordrhein-Westfalen, so die Planung, hat ausreichend Stromversorgungskapazitäten durch seine Stein- und Braunkohlekraftwerke, um vorübergehend die Versorgung Süddeutschlands mit zu übernehmen. Ein Konverter soll daher in NRW die Verbindung zwischen Wechselstrom-Höchstspannungsnetz und der Gleichstromleitung herstellen, um so den Strom aus NRW über die HGÜ-Leitung nach Süddeutschland leiten zu können.

Bis 2022 folgt dann die nördliche Trasse von der Nordsee bis zum Verknüpfungspunkt am Konverter. Dies wird dann die Versorgung Süddeutschlands mit Windstrom aus dem Norden durch diese Verbindung der beiden Trassen ermöglicht. Die Verbindung kann zudem durch den Einsatz des Konverters in NRW flexibler genutzt und die Menge an durchgeleitetem Strom an den Strombedarf sowohl in NRW als auch Süddeutschland flexibel angepasst werden.

Wie wird der Standort für den Konverter festgelegt?
Die Standortermittlung für einen Konverter muss in einem umfassenden und transparenten Verfahren erfolgen, das mehrere Alternativstandorte ernsthaft auf ihre technische Machbarkeit sowie vor allem im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt untersucht. Die Begründung zum beschlossenen Bundesbedarfsplan sieht vor, dass die verbindliche Festlegung von Netzverknüpfungspunkten noch keine verbindliche Vorgabe für den konkreten Standort von neu zu errichtenden notwendigen Anlagen (z. B. Konverter) bedeutet. Der Standort von Nebenanlagen kann auch zehn Kilometer oder mehr von dem verbindlichen Netzverknüpfungspunkt entfernt gelegen sein und z. B. über eine Stichleitung mit dem benannten Netzverknüpfungspunkt verbunden werden. Es muss nun abgewartet werden, wie die konkreten Planungen gestaltet sind.

Wo wird der Konverter gebaut?
Nach Aussagen des Übertragungsnetzbetreibers Amprion wird für die Konverterstation eine Fläche von 100.000m² benötigt, die darauf befindliche Konverterhalle soll inklusive Nebengebäude eine Grundfläche von 20.000m² haben und etwa 20m hoch sein. Amprion hat als zuständiger Netzbetreiber auf Basis eines Kriterienkatalogs nach möglichen Standorten gesucht. Basierend darauf favorisiert Amprion eine Fläche in der Stadt Kaarst für den Konverter. Mehr zum Verfahren kann auf der Seite Konverterstandortsuche von Amprion abgerufen werden.

Links zum Weiterlesen

Wibke Brems MdL:
Fragen und Antworten zu Strom und Stromnetzen
Netzausbau in NRW – jetzt und bis 2022
Informationen zur Nord-Süd-Trasse „SuedLink“

GRÜNE Landtagsfraktion NRW:
„Ein Land unter Strom – Erneuerbare Energien für NRW“

Übertragungsnetzbetreiber Amprion:
Konverterstandortsuche

 

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