Längere Laufzeiten: Foul-Spiel gegen die Stadtwerke

Die Bundesregierung hat mit der Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke eine fatale Entscheidung getroffen – nicht zuletzt für die Kommunen. Sie hat sich den vier großen Energiekonzernen gebeugt und damit die vielen Stadtwerke, die seit Jahren in den Umbau zu einer effizienten und nachhaltigen Energieversorgung investieren, vor den Kopf gestoßen. Allein in NRW investieren die 230 Stadtwerke mehr als 1,4 Mrd. Euro jährlich in den Ausbau der kommunalen Infrastruktur. Die Laufzeitverlängerung ändert die Geschäftsgrundlage der Stadtwerke, die sich auf den geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Beendigung des Atomzeitalters eingestellt hatten. Geplante Investitionen in Milliardenhöhe drohen in den nächsten Jahren zurückgestellt zu werden. Davon betroffen sind neben der Branche der Erneuerbaren Energien auch die örtlichen Handwerksbetriebe. Die 230 Stadtwerke in NRW sind das Rückgrat der dezentralen Energieversorgung, sie beschäftigen mehr als 39.000 Mitarbeiter. Der Beschluss ist ein grobes Foul gegen die Stadtwerke.

Nicht zuletzt ist eine Verlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre reine Augenwischerei. Denn nicht die Restlaufzeit, sondern die Reststrommengen werden für die Berechnung der Verlängerung zu Grunde gelegt. Das kann zur Folge haben, dass es letztlich zu einem Weiterbetrieb auch nach 2040 kommt. Diese Methode öffnet Tür und Tor für weitere Tricksereien der großen AKW-Betreiber.

Eine Pressemitteilung zu diesem Thema finden Sie hier:

Pressemitteilung Wibke Brems 08.09.2010 - Foul-Spiel gegen die Stadtwerke