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Atomtransporte durch NRW im Jahr 2018

Von der Öffentlichkeit vollkommen unerkannt, rollen fast täglich Transporte mit radioaktivem Material durch NRW. In den meisten Fällen gibt es weder polizeiliche Sicherheitsvorkehrungen, Informationen der Öffentlichkeit im Vorfeld noch Statistiken im Nachhinein.

Jeder Transport von radioaktivem Material stellt eine potenzielle Gefahr für unsere Bevölkerung dar. Unnötige Transporte müssen daher verhindert werden. Dies gilt für den Fall der 152 AVR-Castoren aus Jülich, für radioaktive Abfälle, die aus dem Zwischenlager in Gorleben nach Ahaus transportiert wurden, ebenso wie für alle anderen Transporte von radioaktivem Material.

In 2017 waren es mehr als 800 Tonnen Abfall und mehr als 11.000 Tonnen Uran-Produkte. So die Antwort der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage: Atomtransporte durch NRW.

Nun frage ich die Landesregierung mit dieser Kleinen Anfrage nach den aktuellen Zahlen des Transportvolumens für 2018.

Die Antwort offenbart ein starkes Anwachsen der Transporte: In NRW gab es 2018 mehr als doppelt so viele Transporte von radioaktivem Material wie noch 2017.  Der Transport-Anstieg geht fast ausschließlich auf Ausfuhren aus der Urananreicherungsanlage Gronau zurück. Das zeigt: In Deutschland werden trotz Atomausstieg lukrative Geschäfte mit der Atomkraft gemacht – auch auf Kosten der Sicherheit in unserem Bundesland. Ministerpräsident Laschet muss endlich aufhören, Schaufensterreden zu halten und seinen Einfluss in Berlin für den vollständigen Atomausstieg geltend machen: Wir brauchen einen Exportstopp von Brennelementen in Pannenreaktoren wie in Tihange und müssen die Atomanlagen in Gronau und Lingen schließen. Zu Laschets fehlenden Taten in Berlin passt auch die Informationspraxis seines Wirtschaftsministers. Pinkwart beantwortet Anfragen entweder gar nicht oder mit einem unverschämten Hinweis auf die Genehmigungsliste des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit, aus der nicht alle angefragten Atomtransporte hervorgehen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Zahlen in der Antwort der Landesregierung zu Atomtransporten durch NRW im Jahr 2018: Atomtransporte durch NRW im Jahr 2018

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