In der im Mai 2019 veröffentlichten Wasserstoffstudie NRW wurde der Landesregierung empfohlen, eine Wasserstoff-Roadmap zu erarbeiten. Viele Bundesländer hatten bereits eigene Strategien z.T. in Kooperation mit anderen Bundesländern veröffentlicht oder erarbeiteten diese zu dem Zeitpunkt. Im Herbst 2019 war in einem Positionspapier der Plattform in4climate zu lesen, dass die Landesregierung an einer Wasserstoff-Roadmap NRW arbeite. Für Anfang November 2020 hat nun die Landesregierung die Vorstellung ihrer Wasserstoff-Roadmap angekündigt. In der Zwischenzeit beschloss im Juni 2020 die Bundesregierung eine nationale Wasserstoffstrategie und im Juli 2020 legte auch die EUKommission eine Wasserstoffstrategie vor.
Während man davon ausgehen kann, dass Vertreterinnen und Vertreter der Industrie über die Plattform in4climate intensiv an dem Erarbeitungsprozess beteiligt wurden, ist unklar, wie andere relevante Akteure sich in den Prozess einbringen konnten. In NRW gibt es eine Vielzahl an kommunalen Akteuren, die sich mit dem Thema Wasserstoff auseinandersetzen, wie beispielsweise aus den von der Landesregierung geförderten Wasserstoffmodellregionen. Gerade von der Landesregierung geförderte Institutionen sollten in eine neue WasserstoffRoadmap eingebunden sein. Darüber hinaus verfügen eine Reihe von Unternehmen in Mittelstand und Industrie über praktische Erfahrung mit dem Energieträger Wasserstoff und könnten somit eine wichtige Rolle in einem dezentral organisierten Markthochlauf spielen, wie es bei den Erneuerbaren Energien erfolgreich praktiziert wurde. Beispielsweise Stadtwerke oder andere Energieversorgungsunternehmen könnten auch im Wasserstoffmarkt eine wichtige Rolle spielen. Ob und wie diese in die Erarbeitung der Wasserstoff-Roadmap eingebunden wurden und mit ihrer Perspektive zu einer ausgewogenen Strategie beitragen konnten, ist aber vollkommen unklar.
Mit dieser Kleinen Anfrage möchte ich Licht ins Dunkle bringe.
Die Antwort der Landesregierung lässt viele Fragen offen.


Neuste Artikel
Wenn es darum geht, wie wir heute und in Zukunft leben wollen, dann ist eine klare Antwort: europäisch
Ein Jahr ist Trump im Amt und die Welt steht unter Druck. Strafzölle und Handelskriege belasten die Wirtschaft. Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen treibt den Klimarückschritt voran. Der offen zur Schau gestellte Machtanspruch der USA, etwa mit Blick auf strategische Regionen wie Grönland, zeigt: Geopolitische Interessen sollen rücksichtslos durchgesetzt werden. Nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriff...
Pressemitteilung: Grüne Landtagsfraktion wählt neunen Fraktionsvorsitzenden und neue Parlamentarische Geschäftsführerin
Die Grüne Landtagsfraktion hat den freien Platz im Fraktionsvorsitz am heutigen Dienstag nachbesetzt. Die Abgeordneten wählten Mehrdad Mostofizadeh zum Fraktionsvorsitzenden. Gemeinsam mit Wibke Brems wird er die Fraktion in einer Doppelspitze führen. Mostofizadeh tritt die Nachfolge von Verena Schäffer an, die ihr Amt vor einer Woche aufgrund ihrer Ernennung zur Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und...
Wie wollen wir in Zukunft leben?
Die Auseinandersetzung mit Digitalisierung war für mich von Beginn an mehr als ein Blick auf einzelne Technologien. Auf vielen Stationen wurde sichtbar, wie digitale Lösungen Prozesse verändern, beschleunigen und neu vernetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ihr eigentlicher Wert dort liegt, wo sie zur Grundlage für weitergehende gesellschaftliche Veränderungen wird. Aus diesem erweiterten Blick entwickelt sich...
Ähnliche Artikel