Vor kurzem äußerte sich der Bürgermeisterkandidat der UWG, Peter Kalley, in einem Zeitungsinterview mit dem Westfalen Blatt über die Notwendigkeit eines zweiten Sparpakets. Er möchte nicht noch einmal Bürger und Firmen belasten. Er möchte an die "großen Brocken" und das ist für ihn die Jugendhilfe. Laut Kalley "schicken die Jugendämter problematische Kinder und Jugendliche lieber einmal mehr ins Heim. Damit wird Verantwortung wegdelegiert."
Vielmehr versucht der Fachbereich Jugend mit ambulanten qualifizierten Fachkräften, die in die Familien gehen, die Eltern zu stärken und zu stabilisieren, mit dem Ziel, Heimunterbringungen zu vermeiden.
Herr Kalley äußert sich hier in völliger Unkenntnis der tatsächlichen Umstände im Fachbereich Jugend der Stadt Gütersloh. Sicherlich ist es richtig, dass dieser Bereich den größten Ausgabenanteil am Haushalt der Stadt hat. Daraus allerdings zu schließen, hier sei auch am meisten zu einzusparen ist grundfalsch. Mein Eindruck von den Mitarbeitern des Fachbereichs Jugend ist dagegen der, dass sie die Entscheidung, eine Heimunterbringung nicht leicht machen. Hier sind viele Aspekte abzuwägen, nur einer davon sind die Kosten. Dass im Fachbereich Jugend "Verantwortung wegdelegiert" wird, wie Herr Kalley es äußert kann ich beim besten Willen nicht sehen.
Die Kosten für die Heimunterbringung sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Der Jugendhilfeausschuss und die Verwaltung haben hier immer wieder Lösungen diskutiert, daran hat sich Herr Kalley nie aktiv beteiligt. Die Stadt Geld gibt viel Geld in die Prävention,und die ambulante Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern aus. Aber manchmal reicht das eben nicht und eine Heimunterbringung ist unvermeidlich. Herr Kalley argumentiert in seinem Interview dagegen als würden die Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend gerne Kinder und Eltern auseinander reißen.
Mit diesen unglaublichen Aussagen ist Kalleys unqualifiziertes Statement allerdings noch nicht zu Ende! Er geht sogar so weit, zu behaupten, dass "wir dafür keine diplomierten Fachkräfte mit Beamtenstatus" brauchen. Kalley weiter: "Die Hilfsbedürftigkeit der Familie lässt sich mit gesundem Menschenverstand erkennen."
So äußert sich niemand, der ein verantwortungsbewusster Bürgermeister wäre, dem das Wohl von Kindern und Jugendlichen wirklich am Herzen liegt.


Neuste Artikel
Wenn es darum geht, wie wir heute und in Zukunft leben wollen, dann ist eine klare Antwort: europäisch
Ein Jahr ist Trump im Amt und die Welt steht unter Druck. Strafzölle und Handelskriege belasten die Wirtschaft. Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen treibt den Klimarückschritt voran. Der offen zur Schau gestellte Machtanspruch der USA, etwa mit Blick auf strategische Regionen wie Grönland, zeigt: Geopolitische Interessen sollen rücksichtslos durchgesetzt werden. Nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriff...
Pressemitteilung: Grüne Landtagsfraktion wählt neunen Fraktionsvorsitzenden und neue Parlamentarische Geschäftsführerin
Die Grüne Landtagsfraktion hat den freien Platz im Fraktionsvorsitz am heutigen Dienstag nachbesetzt. Die Abgeordneten wählten Mehrdad Mostofizadeh zum Fraktionsvorsitzenden. Gemeinsam mit Wibke Brems wird er die Fraktion in einer Doppelspitze führen. Mostofizadeh tritt die Nachfolge von Verena Schäffer an, die ihr Amt vor einer Woche aufgrund ihrer Ernennung zur Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und...
Wie wollen wir in Zukunft leben?
Die Auseinandersetzung mit Digitalisierung war für mich von Beginn an mehr als ein Blick auf einzelne Technologien. Auf vielen Stationen wurde sichtbar, wie digitale Lösungen Prozesse verändern, beschleunigen und neu vernetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ihr eigentlicher Wert dort liegt, wo sie zur Grundlage für weitergehende gesellschaftliche Veränderungen wird. Aus diesem erweiterten Blick entwickelt sich...
Ähnliche Artikel
Energie- und Klimapolitik
Gütersloh Erneuerbar: Gemeinsam für eine neue Energiepolitik
Der GRÜNE Ortsverband Gütersloh lädt Sie ein, gemeinsam die Grundlagen eines ganzheitlichen Klima- und Energiekonzepts für die Stadt Gütersloh zu diskutieren und zu erarbeiten. Wir wollen mit einer breiten Öffentlichkeit die unterschiedlichen Möglichkeiten und deren Chancen diskutieren und eine öffentliche Debatte zur Neuausrichtung der Klima- und Energiepolitik in unserer Stadt anstoßen. Die Veranstaltungsreihe besteht aus...
Bio-Circle
Bio-Circle: Eine Erfolgsgeschichte aus Gütersloh
Im Berensweg, ein wenig versteckt hinter dem riesigen Komplex der VVA und unweit der Autobahn 2, ist die Firma Bio-Circle mit ihren insgesamt 110 Mitarbeitern ansässig. Ein von Frauen geleitetes Unternehmen, dass mit seinen innovativen und umweltfreundlichen Produkten stark expandiert und beweist, dass Umweltschutz ein Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg sein kann. v.l.n.r.: Heike Wulf, EVA...
Energie
Stadtwerke Gütersloh vor Schlimmerem bewahrt
Im Jahr 2006 planten die Stadtwerke Gütersloh eine Beteiligung am unter RWE-Federführung gebauten Steinkohlekraftwerk in Hamm. Die stolze Summe von 25 Mio. Euro wollten die SWG investieren, angelockt von einer von RWE in Aussicht gestellten Rendite von 6,5% jährlich. Die Grünen im Rat der Stadt Gütersloh stellten sich damals gegen diese Investitionspläne und rieten zur...