Nur im Einvernehmen von Politik, Unternehmen und Bürger*innen können Deutschland und NRW das Klima schützen, die Versorgungsicherheit beim Strom erhalten und die Zukunftsfähigkeit der Braunkohle-Regionen sichern.
Die Denkfabrik „Agora Energiewende“ hat Anfang des Jahres ein Verfahren für einen Kohlekonsens vorgeschlagen. Heute haben die Fachleute für Energiepolitik ein Papier vorgelegt, in dem sie die Auswirkungen eines Kohleausstiegs auf die Braunkohle-Regionen in Deutschland analysieren. Agora macht deutlich, dass die Tagebaue im Rheinischen Revier viel schneller stillgelegt werden müssen, als dies bisher vorgesehen ist – der erste 2023. Ein Großteil der Kohle muss in der Erde bleiben, um die Klimaziele nicht zu gefährden. Agora schlägt vor, einen planbaren Prozess zur Beendigung von Kohlebergbau und -verstromung einzuleiten, der die Belange des Umweltschutzes, der Anwohner*innen sowie die Ausgestaltung der Restseen berücksichtigt.
Die rot-grüne Landesregierung ist aktuell dabei, mit einer neuen Leitentscheidung den Tagebau Garzweiler II zu verkleinern. Primär ging es mit dem Entwurf der Leitentscheidung darum, den Menschen in den betroffenen Orten Klarheit zu verschaffen, ob sie noch umgesiedelt werden müssen. Die Menschen in Holzweiler, Dackweiler und dem Hauerhof wissen nun, dass sie ihre Heimat nicht verlassen müssen.
In NRW, dem Energieland Nr. 1 in Deutschland, aber auch bundesweit müssen wir jetzt darüber sprechen, wie wir das Auslaufen der Kohleverstromung konkret gestalten. Die Menschen im Rheinischen Revier und das Unternehmen RWE brauchen Planungssicherheit. Wir GRÜNE wollen diesen Prozess schnell anstoßen, um Strukturbrüche zu vermeiden und der Region eine Zukunftsperspektive mit innovativen Unternehmen und Arbeitsplätzen zu bieten. Hierfür bedarf es parallel zu einem Konsens über den Kohleausstieg gemeinsamer Anstrengungen für die Region. Für solche Gespräche ist der Vorschlag von Agora eine gute Grundlage.
Weiterführende Links:
Agora Energiewende: Elf Eckpunkte für einen Kohlekonsens
Agora Energiewende: Was bedeuten Deutschlands Klimaschutzziele für die Braunkohleregionen?


Neuste Artikel
Kleiner Halbjahresrückblick
Politik bedeutet für mich, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und konkrete Verbesserungen für die Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Gerade in Zeiten großer Veränderungen kommt es darauf an, Fortschritt mit Zusammenhalt zu verbinden und unser Land zugleich gerechter, nachhaltiger und zukunftsfester zu machen. Auf vieles, was die Grüne Landtagsfraktion in den vergangenen Monaten auf...
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Ich freue mich sehr darüber, dass mir die Grünen Mitglieder meines Kreisverbands am vergangenen Wochenende erneut ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Die Wahl zur Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz und die Unterstützung für meine Kandidatur auf der Landesliste bedeuten mir viel. Sie sind für mich Ehre, Ansporn und Verpflichtung zugleich. Seit 2010 darf ich den Kreis Gütersloh im Landtag von Nordrhein-Westfalen vertreten,...
Wenn es darum geht, wie wir heute und in Zukunft leben wollen, dann ist eine klare Antwort: europäisch
Ein Jahr ist Trump im Amt und die Welt steht unter Druck. Strafzölle und Handelskriege belasten die Wirtschaft. Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen treibt den Klimarückschritt voran. Der offen zur Schau gestellte Machtanspruch der USA, etwa mit Blick auf strategische Regionen wie Grönland, zeigt: Geopolitische Interessen sollen rücksichtslos durchgesetzt werden. Nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriff...
Ähnliche Artikel
Alle Dörfer Bleiben
Garzweiler Dörfer: Offener Brief an Ministerpräsident Laschet
Vor Kurzem wurde bekannt, dass Peter Altmaier und das Bundeswirtschaftsministerium ein Gutachten bzgl. Kohleausstieg und der benötigten Restkohlemengen im Rheinischen Revier unter Verschluss gehalten hatten. Besonders brisant: Laut dem Gutachten hätten alle Dörfer am Tagebau Garzweiler bleiben können und müssten nicht mehr der Braunkohle zum Opfer fallen.
In einem gemeinsamen offenen Brief mit unserer NRW-Parteivorsitzenden Mona Neubaur und unserem Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer fordern wir Ministerpräsident Laschet auf, die Garzweiler-Dörfer zu retten.
Garzweiler
Durch welche operative Steuerung der Ministerien will die Landesregierung sicherstellen, dass durch die Umsetzung von 83 Projekten des „SofortprogrammPlus“ der Zukunftsregion Rheinisches Revier (ZRR) kurzfristig positive Effekte für Steuereinnahmen und Arbeitsplätze der Region ausgehen?
In der ZRR wurde ein SonderprogrammPlus mit 83 Projekten und einem Volumen von 4,3 Milliarden Euro erstellt. Es umfasst folgende Projekte, die noch priorisiert und qualifiziert werden müssen: „Aufbau eines Fraunhofer Instituts für Geothermie und Energieinfrastrukturen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen; Aufbau eines Fraunhofer-Zentrums für Digitale Energie im Rheinischen Revier; Wärmespeicher-Kraftwerk StoreToPower; Aufbau eines intelligenten...
#AlleDörferBleiben
Prüft die Landesregierung alle Möglichkeiten, um Kerpen-Manheim zu erhalten?
Nach den Ende Februar an die Landesregierung übersandten und veröffentlichten Planungen von RWE soll östlich des Hambacher Waldes eine Fläche von ca. 600 ha zerstört werden. Die vollständige Zerstörung des in diesem Bereich liegenden Ortsteils Kerpen-Manheim und die Vernichtung landwirtschaftlich hochwertiger Böden wären die Folge.