Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW stellte kürzlich auf dem Poppelsdorfer Campus der Universität Bonn mehrere Institutsneubauten fertig, weitere sind in Planung und Ausführung. Manche der neuen Gebäude nutzen Geothermie zur Heizung bzw. Kühlung. Bislang ist aber auf keinem der fertiggestellten und bereits bezogenen Gebäude Photovoltaik realisiert. Dabei ist im Klimaschutzgesetz NRW das Ziel einer klimaneutralen Landesverwaltung bis zum Jahr 2030 gesetzlich festgeschrieben.
Wie vor diesem Hintergrund noch Neubauten ohne Photovoltaiknutzung realisiert werden können, erscheint erklärungsbedürftig. Auch stellt sich vor dem Hintergrund des aktuellen Falles in Bonn die Frage, welche tatsächliche Wirkung der Kabinettsbeschluss vom 19.03.2019 zum Ausbau der Photovoltaik im Einflussbereich des BLB hat. Gerade die mehrstöckigen Universitätsgebäude mit hohem Stromverbrauch am Tag und üppigen Flachdachfreiflächen erscheinen ideal, auch weil der Stromverbrauch zeitlich der Produktion ähnelt und dadurch eine hohe Eigenverbrauchsquote zu erwarten ist. An anderen Universitätsstandorten, wie z.B. dem Gebäude der Geowissenschaften in Münster, wurden ein sehrumfassendes Strom-Wärme-Wasser-Nachhaltigkeitskonzept und sogar die Begrünung der Dachflächen realisiert.
Mit dieser Kleinen Anfrage frage ich bei der Landesregierung nach, wieso diese ungenutzten Potenziale brach liegen.
Die Antwort der Landesregierung zeigt: Einerseits ist es begrüßenswert, dass die Landesregierung dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) vorschreibt, den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Hochschulgebäuden stärker zu betreiben. In der Antwort der Landesregierung ist jedoch nur von Neubauten die Rede. Aussagen zu bestehenden Hochschulgebäuden und eine Überprüfung zur Eignung aller Gebäude der Hochschulen sucht man vergeblich. Das Ausspielen von Photovoltaik und Geothermie gegeneinander ist absolut nicht nachvollziehbar, wie am Beispiel Campus Poppelsdorf der Universität Bonn. Beide Energieträger können sich gut ergänzen und schließen sich nicht aus. Der BLB ist für eine gewaltige Menge an Gebäuden im Landesbesitz zuständig. Landesregierung und BLB stehen in der Verantwortung, die größtmöglichen Anstrengungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien auch auf Bestandsgebäuden zu unternehmen, damit hierüber ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende geleistet wird. Das sollte es einer Landesregierung wert sein, wenn sie sich damit brüstet Überschüsse im Haushalt zu produzieren und vorgibt, das Klima schützen zu wollen.


Neuste Artikel
Kleiner Halbjahresrückblick
Politik bedeutet für mich, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und konkrete Verbesserungen für die Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Gerade in Zeiten großer Veränderungen kommt es darauf an, Fortschritt mit Zusammenhalt zu verbinden und unser Land zugleich gerechter, nachhaltiger und zukunftsfester zu machen. Auf vieles, was die Grüne Landtagsfraktion in den vergangenen Monaten auf...
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Ich freue mich sehr darüber, dass mir die Grünen Mitglieder meines Kreisverbands am vergangenen Wochenende erneut ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Die Wahl zur Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz und die Unterstützung für meine Kandidatur auf der Landesliste bedeuten mir viel. Sie sind für mich Ehre, Ansporn und Verpflichtung zugleich. Seit 2010 darf ich den Kreis Gütersloh im Landtag von Nordrhein-Westfalen vertreten,...
Wenn es darum geht, wie wir heute und in Zukunft leben wollen, dann ist eine klare Antwort: europäisch
Ein Jahr ist Trump im Amt und die Welt steht unter Druck. Strafzölle und Handelskriege belasten die Wirtschaft. Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen treibt den Klimarückschritt voran. Der offen zur Schau gestellte Machtanspruch der USA, etwa mit Blick auf strategische Regionen wie Grönland, zeigt: Geopolitische Interessen sollen rücksichtslos durchgesetzt werden. Nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriff...
Ähnliche Artikel