In NRW existiert im münsterländischen Ahaus ein zentrales Zwischenlager für radioaktive Abfälle und abgebrannte Brennelemente. Daneben lagern in NRW an weiteren Standorten, wie beispielsweise auf dem Gelände des ehemaligen Forschungsreaktors in Jülich, radioaktive Abfälle. Doch wo lagert wie viel Müll? Das zeigt jetzt die Antwort der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage.
Hier geht's zu den Tabellen mit aktuellen Zahlen der Landesregierung (Excel).
Mehr als 13.000 Tonnen radioaktiver Abfall in NRW
In NRW lagert an 6 Orten radioaktiver Abfall von mehr als 13.000 Tonnen, wovon alleine fast 1400 Tonnen im Transportbehälterlager in Ahaus aktuell nur eine Aufbewahrungsgenehmigung bis Sommer 2020 besitzen.
In den vergangenen Jahren hat sich der Bestand an eingelagertem radioaktiven Abfall in NRW drastisch erhöht, um fast 6000 Tonnen. Eine Verringerung des Bestandes gab es ausschließlich am Standort in Jülich, wo Ende 2017 924 m3 (keine Gewichtsangabe) weniger „Betriebs- und Rückbauabfälle aus Forschung und Entwicklung“ eingelagert waren als noch 2010.
In Deutschland existieren weitere Zwischenlager: In Gorleben ein Zwischenlager für sowohl radioaktive Abfälle als auch abgebrannte Brennelemente sowie das Zwischenlager Nord bei Lubmin für radioaktive Abfälle. An den Atomkraftwerksstandorten gibt es darüber hinaus seit dem ersten Atomkompromiss von 2000 weitere dezentrale Lagerstätten, um unnötige Transporte zu reduzieren. Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle steht der Schacht Konrad in Salzgitter als Endlager bereits fest und wird aktuell für die Einlagerung vorbereitet. Allerdings verschiebt sich die geplante Fertigstellung immer wieder, zuletzt auf das Jahr 2027 (s. FAZ online vom 8.3.2018).
Landesregierung gibt zu: Mehr Atommüll aus ganz Deutschland kommt nach Ahaus
Nach Ahaus werden im Moment jedoch auch aus dem Lager in Gorleben große Mengen an Fässern mit radioaktivem Material verbracht, da die Genehmigung für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Abfall in Gorleben 2019 ausläuft. Daneben ist die Verbringung der AVR-Castoren aus Jülich nach Ahaus in der Diskussion. Es steht zu befürchten, dass sich Ahaus als zentrales Zwischenlager für alle radioaktiven Abfälle in Deutschland entwickelt. Auch die Stadt Ahaus sieht die Entwicklung mit Sorge, so klagt die Stadt vor dem OVG Münster gegen die Einlagerung der Jülicher AVR-Castoren.
Die Landesregierung gibt nun zu, dass weiterer radioaktiver Abfall nach Ahaus kommen soll. Es wird bestätigt, dass geplant ist, Abfälle aus dem Forschungsreaktor der TU München im Lagerbereich II einzulagern. Zwar beteuert Landesregierung, die Sorgen der betroffenen Kommunen ernst zu nehmen, kann aber keinerlei Dialogangebot oder sonstiges zu einer Verständigung nennen.


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