Besser mit Holz bauen, als es zu verbrennen, so könnte das Fazit des Informationstags der Initiative HolzProKlima lauten, zu dem ich am Standort Gütersloh des großen Holzwerkstoffherstellers Pfleiderer eingeladen war. Pfleiderer engagiert sich im Rahmen der Initiative HolzProKlima für eine Holznutzung, die Holz den Vorrang als klimafreundlichem Werkstoff vor einer thermischen Nutzung – sprich als Heizmittel – einräumt.
Mit Dr. Brinkhaus MdL (links) und meinem Sprecherkollegen Thorsten Schmolke (rechts) bei der Werksbesichtigung im Pfleiderer-Werk Gütersloh
Der Einsatz von Holz in Produkten bindet Kohlendioxid und ist somit positiv für das Klima: Nach Aussage der Initiative werden jährlich durch die stoffliche Verwertung von Holz 18 Millionen Tonnen CO2 als Kohlenstoff in Holzprodukten gebunden und 57 Millionen Tonnen CO2 durch Substitutionseffekte vermieden, insgesamt also etwa 75 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr; die energetische Verwertung von Holz weitere 30 Millionen Tonnen CO2 durch Substitutionseffekte vermieden. Auf der Homepage der Initiative ist darum ein Klimazähler zu sehen.
Aus diesen Gründen spricht sich die verarbeitende Holzwirtschaft für eine mehrstufige Nutzung aus. Erst stofflich, dann energetisch. Holz müsse im ersten Schritt stets zur Herstellung von Produkten verwendet werden und bietet eine Fülle von Möglichkeiten als Baumaterial. Nur Abfälle der Produktion, ungeeignete Holzbestandteile und am Ende des Lebenszyklus´ der Fertigprodukte schließlich dann auch diese sollten in die Verbrennung und damit direkte Energiegewinnung, so die Forderung von Pfleiderer und der Initiative Holz Pro Klima.
Derzeit liefe es beinahe andersherum, vermittelte uns Pfleiderer. Die mehrstufige Nutzung werde durch staatlich geförderte Verbrennungsanlagen ausgehebelt. Viel zu viel Holz gehe unmittelbar in die Verbrennung. Die Nachfrage und mit ihr der Preis für den Rohstoff Holzgingen dadurch nach oben.
Im Anschluss an den Austausch zu diesem Thema nahm ich die Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung auf dem Gelände der Firma Pfleiderer wahr. Eines der Highlights auf dem Gelände ist natürlich das Blockheizkraftwerk, das die Prozesswärme für die Produktion bereitstellt und eine Stromleistung von 30MW hat.


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