Das NRW-Umweltministerium will den Eintrag des gefährlichen Schwermetalls Quecksilber in die Umwelt weiter deutlich reduzieren. Zur Quecksilberproblematik hat das NRW-Umweltministerium ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten fasst Daten zu den Quecksilberemissionen in NRW zusammen und stellt Maßnahmen und Potenziale dar, mit denen sich nach Einschätzung der Gutachter der Quecksilberausstoß aus Industrieanlagen verringern lässt. Nach Berechnungen des Gutachtens könnten durch den Einsatz moderner Technik die Quecksilberemissionen in NRW deutlich gesenkt werden.
Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass besonders bei den Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken ein hohes Minderungspotenzial besteht. Die entsprechende Technik sei bereits auf dem Markt verfügbar. Nach Aussage des Gutachters belaufen sich die Kosten für den Einsatz effizienter Quecksilber-Minderungstechnik auf weniger als ein Prozent der Stromgestehungskosten.
Durch den Nebeneffekt der Abgasreinigung für Staub, Stickstoffoxide und Schwefeldioxid werden Quecksilberemissionen bereits heute deutlich unter die derzeitigen Grenzwerte gesenkt. In den meisten Anlagen wird aber noch nicht der gemäß Gutachten weiter fortgeschrittene Stand der Technik zu Minderung von Quecksilber eingesetzt. Würde diese Technik eingebaut, so die Gutachter, könnten die derzeitigen Quecksilberkonzentrationen im Abgas auf unter ein Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt werden. Würden die Minderungstechniken bei allen großen Kraftwerken eingebaut, ergäbe sich laut Gutachten eine Quecksilberminderung um rund 80 Prozent beziehungsweise rund 1,8 Tonnen im Jahr in NRW. Dies entspräche mehr als der Hälfte der Quecksilberemissionen in Nordrhein-Westfalen oder rund 20 Prozent in Deutschland.
In einem Fachgespräch unter Einbindung wichtiger Akteure sollen die technischen Möglichkeiten diskutiert und gemeinsame Strategien besprochen werden.
Links:
Gutachten: Quecksilber-Minderungsstrategie für Nordrhein-Westfalen
Minister Remmel: "Neue Quecksilberstudie ist Startschuss für Dialog mit der Industrie in NRW"
Unser Vorstoß zur Minderung des Quecksilberausstoßes nordrhein-westfälischer Kraftwerke


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