NRW ist ein wahres Energie-Schwergewicht: Fast ein Drittel aller deutschlandweit ausgestoßenen Treibhausgase stammen aus NRW. Dies ist vor allem auf die Bedeutung als wichtiger deutscher Industriestandort sowie auf die Stein- und Braunkohleverstromung zurückzuführen.
Daraus ergibt sich eine große Verantwortung für unser Land: Denn ohne einen konsequenten Klimaschutz in NRW wird Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen. Andererseits: Wenn das Industrieland NRW es schafft, seine Klimaschutzziele zu erfüllen, dann kann es überall gelingen.
Durch die geplanten Maßnahmen für steigende Energieeffizienz und Energieeinsparung und für den Ausbau der erneuerbaren Energien sollen die Treibhausgasemissionen in NRW bis zum Jahr 2020 um mindestens 25 Prozent und bis zum Jahre 2050 um mindestens 80 Prozent reduziert werden. Diese Reduktionsziele haben wir im NRW-Klimaschutzgesetz festgelegt.
Wo sind wir aktuell auf dem Weg zu Erreichung unserer Klimaschutzziele? Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hat unlängst die jüngste Ausgabe seines „Treibhausgas-Emissionsinventar Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht.
Die erfreuliche Erkenntnis daraus: NRW hat es im Zeitraum von 1990 bis 2014 geschafft, seinen Gesamttreibhausgasausstoß um 20,44 Prozent zu reduzieren. Betrachten wir die aktuell noch vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr 2015, dann beträgt die Reduktion im Zeitraum seit 1990 sogar 22,59 Prozent. Spannend dabei: Im Zeitraum von 1990 bis 2010 betrug die Reduktion des Treibhausgasausstoßes insgesamt ca. 16,7%, also durchschnittlich etwa 0,835 % im Jahr. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 sank jedoch der Ausstoß um weitere 4,47 %, also durchschnittlich um etwa 1,12 % pro Jahr. Das Tempo der Reduzierung zieht also an.

Besonders auffällig: NRW weicht vom Deutschland-Trend ab: Während das Umweltbundesamt für Deutschland 2015 eine Zunahme der Treibhausgasemission um 0,7% erwartet, ist für NRW von einer Reduzierung um 2,7% im Vergleich zum Vorjahr auszugehen. Die Emissionen werden in NRW voraussichtlich auf etwa 284 Mio. t Kohlendioxidäquivalent sinken und damit den bisher niedrigsten Stand seit 1990 erreichen.
Erfreuliche Zahlen also, die zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch noch lange kein Grund für uns in NRW, um in unseren Bemühungen nachzulassen. Eine Zahl ist dabei besonders zu beachten: Beinahe die Hälfte der CO2-Emissionen, die in Deutschland durch Energieerzeugung entstehen, stammen aus Nordrhein-Westfalen. Hier liegt weiterhin ein gewaltiger Handlungsbedarf, denn bei diesen riesigen Mengen an klimaschädlichen Gasen, die in der herkömmlichen Energiewirtschaft entstehen, müssen wir mit wirksamen Maßnahmen gerade in diesem Sektor weiter vorankommen.
Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau der Erneuerbaren Energien sind dabei die richtigen Ansätze. Alternativen für eine Energiewirtschaft ohne Treibhausgasemissionen gibt es, Solarenergie, Wind- und Wasserkraft, Energie aus Biomasse, oder Geothermie sind Energiequellen der Zukunft. Gerade beim Ausbau der Erneuerbaren Energien dürfen wir jetzt nicht nachlassen, sondern müssen im Gegenteil weiter Fahrt aufnehmen und das Tempo erhöhen. Doch der zentrale Punkt zur Erreichung unserer Klimaschutzziele ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung. Wie dies gelingen kann – nicht nur klima-, sondern auch energiesystemfreundlich und sozialverträglich – habe ich in meinem EnergieUpdate to go # 2: Kohleausstieg – NRW plant die Zukunft skizziert.


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