Mit seinem Vorstoß zur Eindämmung der Kosten für die Energiewende durch eine Deckelung der EEG-Umlage wollte Umweltminister Altmaier vermutlich einen PR-Coup landen, ein Beitrag zur effizienten Gestaltung der Energiewende ist dies jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Mit seinen unklaren Andeutungen ohne jeglichen Zeitplan und mit größtmöglichen ordnungspolitischen Androhungen verteuert er die Kosten für den Umbau. Denn sein Vorstoß hat nur den einen Effekt: Die Verunsicherung all derer, die in die Energiewende investieren wollen.
Man könnte seine Aussagen ja als wahltaktisches Manöver abtun, wenn es sich nicht um einen Markt handeln würde, der über Erwartungen funktioniert. Denn jedeR UnternehmerIn weiß, mit steigender Unsicherheit steigen die Kosten einer Unternehmung, da jedes Risiko einer Investition mit einer entsprechenden Prämie abgedeckt werden muss. Da macht Altmaier also genau da weiter, wo Röttgen im Sommer aufgehört hatte, ein Hühott-Spiel, das am Ende einer ganzen Branche das Genick brechen kann. Dabei geht es gar nicht mal um die Höhe der EEG-Vergütung, sondern um die Verlässlichkeit der Politik insgesamt. Das sollte auch ein christdemokratischer Politiker wissen. Dass Deutschland zurzeit Geld verdient, wenn es sich Geld am Kapitalmarkt leiht, zeigt ja grade das immense Bedürfnis von Investoren nach sicheren Anlagen: und genau das könnte die Energiewende bieten. Mit einer verlässlichen Politik, einem Zeitplan, der eingehalten wird und den richtigen Anreizen könnte die Energiewende nicht nur ein gutes Investionsobjekt darstellen, sondern auch die Chance den Strommarkt in Deutschland insgesamt effizienter und damit billiger zu gestalten.


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