Die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) und der Ruhrverband haben zur Abklärung der Situation und der wasserwirtschaftlichen Risiken durch die Exploration und die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten im Einzugsgebiet der Ruhr eine Regionalstudie in Auftrag gegeben, die kürzlich veröffentlicht wurde.
Die Studie legt viele Fragen und Wissenslücken offen und konkretisiert sie für das Ruhreinzugsgebiet. Gerade im Ruhrgebiet und im Sauerland wird Trinkwasser überwiegend aus Flüssen und Seen gewonnen. Unter Experten besteht Einigkeit darüber, überall dort, wo die Deckschicht zwischen den gashaltigen Gesteinsformationen und den zur Trinkwasserversorgung genutzten Grundwasserleitern nicht mächtig genug ist, Fracking zu unterlassen. Auch Altbergbauregionen oder Steinkohlebergbaugebiete sind auszuschließen. Daher kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass der Großteil der untersuchten Fläche aufgrund ungünstiger geologischer und hydrologischer Standortbedingungen ausfällt. Bedenkt man, dass in dem untersuchten Wassereinzugsgebiet die Trinkwasserversorgung für 4 Mio. Menschen sichergestellt werden muss, bestehe hier bei Einsatz der Frackingtechnologie ein zu hohes Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt. Für eine flächenhafte Gewinnung wären nach Einschätzung der Gutachter etwa 75 Bohrplätze und 750 Tiefbohrungen mit rund 9000 Fracks unter Einsatz von 1440t Bioziden erforderlich. Das vollständige Gutachten ist hier abrufbar.


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