Mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag den Antrag der Bundestagfraktion Bündnis 90 / Die Grünen zum Thema Fracking abgelehnt. Der Antrag sieht ein Moratorium für die Förderung von Unkonventionellem Erdgas vor, bis weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Technologie vorliegen. Aus unserem Kreis haben auch die Abgeordneten Ralph Brinkhaus (CDU) und Heiner Kamp (FDP) gegen den Antrag der Grünen gestimmt, genauso wie gegen die ähnlich lautenden Anträge von SPD und Linken.
Sie wenden sich damit gegen Trinkwasser- und Umweltschutz in unserer Region. Während sich die Abgeordneten von Union und FDP in ihren Wahlkreisen stets als Fracking-Kritiker geben, bleiben sie in Berlin völlig untätig. Die Anträge der Opposition wurden abgelehnt, ohne dass die Koalition eigene Vorschläge gemacht hätte. Als jemand, die sich seit mehreren Jahren mit diesem Thema beschäftigt, kritisiere ich ausdrücklich die Entscheidung der Abgeordneten Ralph Brinkhaus (CDU) und Heiner Kamp (FDP). Die Fracking-Technologie ist mit vielen Risiken behaftet, die nicht hinreichend erforscht sind. Dazu zählen u.a. die mögliche Verunreinigung des Grundwassers mit giftigen Chemikalien sowie Erdbeben und ein immenser Flächenverbrauch. Ralph Brinkhaus (CDU) und Heiner Kamp (FDP) müssen sich nun fragen lassen, wie ernst sie es mit ihrer Kritik an der Fracking-Technologie meinen.
Wie auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen, durchlaufen Ralph Brinkhaus (CDU) und Heiner Kamp (FDP) auf der Reise von Gütersloh nach Berlin offenbar eine Metamorphose vom Fracking-Kritiker zum Fracking-Befürworter. Dieses Bild ist symptomatisch für Union und FDP. Wenn es darauf ankommt, wird den Interessen der Industrie stets Vorrang vor Bürgerbeteiligung und Umweltschutz eingeräumt.
Im Gegensatz zum Bund wird NRW einen anderen Weg gegangen: Solange keine Ergebnisse aus dem eigens in Auftrag gegebenen Gutachten vorliegen, werden keine Anträge auf Bohrungen bei der Bezirksregierung Arnsberg entschieden. Aufsuchungstätigkeit im Rahmen von unkonventionellem Erdgas können nur getätigt werden, wenn das Unternehmen jetzt und in Zukunft keine Bohrtätigkeiten unternimmt, in denen das umstrittene Fracking geplant, direkt oder indirekt vorbereitet oder technisch möglich ist. Der umstrittene Einsatz von giftigen Chemikalien zum hydraulischen Aufbrechen des Gesteins wird also zurzeit in NRW nicht genehmigt, ebensowenig die Vorbereitungen dazu. Zudem hat NRW im Sommer letzten Jahres eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Bergrechts eingebracht, die Verbesserungen im Bereich Transparenz, Bürgerbeteiligung und einer verbindlichen Umweltverträglichkeitsprüfung vorsieht.
Wir GRÜNEN werden uns weiter für ein Moratorium und eine grundsätzliche Reform des antiquierten deutschen Bergrechts einsetzen, um Transparenz, Bürgerbeteiligung und Umweltschutz beim Bergbau zu stärken und unser Trinkwasser zu schützen.


Neuste Artikel
Kleiner Halbjahresrückblick
Politik bedeutet für mich, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und konkrete Verbesserungen für die Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Gerade in Zeiten großer Veränderungen kommt es darauf an, Fortschritt mit Zusammenhalt zu verbinden und unser Land zugleich gerechter, nachhaltiger und zukunftsfester zu machen. Auf vieles, was die Grüne Landtagsfraktion in den vergangenen Monaten auf...
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Ich freue mich sehr darüber, dass mir die Grünen Mitglieder meines Kreisverbands am vergangenen Wochenende erneut ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Die Wahl zur Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz und die Unterstützung für meine Kandidatur auf der Landesliste bedeuten mir viel. Sie sind für mich Ehre, Ansporn und Verpflichtung zugleich. Seit 2010 darf ich den Kreis Gütersloh im Landtag von Nordrhein-Westfalen vertreten,...
Wenn es darum geht, wie wir heute und in Zukunft leben wollen, dann ist eine klare Antwort: europäisch
Ein Jahr ist Trump im Amt und die Welt steht unter Druck. Strafzölle und Handelskriege belasten die Wirtschaft. Der Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen treibt den Klimarückschritt voran. Der offen zur Schau gestellte Machtanspruch der USA, etwa mit Blick auf strategische Regionen wie Grönland, zeigt: Geopolitische Interessen sollen rücksichtslos durchgesetzt werden. Nicht zuletzt der völkerrechtswidrige Angriff...
Ähnliche Artikel
Fracking
Kleine Anfrage: Lässt die schwarz-gelbe Koalition Fracking im Münsterland zu?
Die Hochrisiko-Technologie Fracking, mit der Erdgas unter Einsatz von hohen Drücken und giftigen Chemikalien gewonnen werden soll, kritisieren wir GRÜNE seit Langem und konnten auch eine kritische Haltung der rot-grünen Landesregierung erreichen, bis zum Ausschluss des Fracking im Landesentwicklungsplan. Umso seltsamer ist es, dass die schwarz-gelbe Landesregierung dazu keine Aussage in ihrem Koalitionsvertrag getroffen hat....
Bundestag
GroKo stimmt im Bundestag gegen Fracking-Verbot
Ein von der GRÜNEN Bundestagsfraktion eingebrachter Gesetzentwurf für ein Fracking-Verbot sorgte für Unbehagen bei den Koalitionsfraktionen in Berlin. Etliche Abgeordnete enthielten sich der Stimme, einige wenige stimmten dem Entwurf sogar zu. Von den Bundestagsabgeordneten der Großen Koalition aus NRW stimmte jedoch niemand für das von den Grünen eingebrachte Fracking-Verbot. Dabei hätte der Gesetzentwurf endlich die...
Fracking
Fracking: Weiterhin nicht mit uns!
Am 20. November 2014 wurden die Pläne von Bundesumweltministerin Hendricks zur Regulierung von Fracking bekannt. Was sich seit Monaten andeutete, wird jetzt zur Gewissheit: Die Bundesregierung wird im Wesentlichen den Wünschen der Gaskonzerne folgen. Und das, obwohl Hendricks selbst darauf verweist, dass von Fracking kein substantieller Beitrag zur deutschen Energieversorgung zu erwarten ist. Unsere Haltung...