Der heutige zweite Tag begann mit einer Einführung in die US-Klima- und Energiepolitik durch David Campbell, Direktor für Handelspolitik beim Verbindungsbüro des BDI und des DIHK in Washington. Ein wirklich inspirierendes und äußerst informatives Gespräch über die Herausforderungen für Deutschland bei der Energiewende und wie weit und notwendig eine ähnliche Energiepolitik in den USA wäre. Sehr beeindruckt hinterlässt mich dieses Gespräch, die deutsche Industrie scheint sehr davon zu profitieren, wenn es in Amerika strengere Klimavorschriften oder mehr Erneuerbare Energien gäbe.
Direkt im Anschluss trafen wir uns mit Amy Mall vom "Natural Resources Defense Council". Bei diesem Gespräch stand nun das Thema Shale Gas und ihre Erfahrungen mit Explorations- und Bohrunternehmen im Fokus. Das Kontrastprogramm erfolgte dann beim Mittagessen mit drei Vertretern von ExxonMobil, die zwar viel erzählten, bei direkten Nachfragen aber leider sehr unkonkret wurden.
Am Nachmittag folgte ein "Congressional Briefing". Die Heinrich Böll Stiftung und das "Environmental and Energy Study Institute luden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kongresses ein, die Gesetzestexte schreiben und bei solchen Briefings Informationen dafür erhalten. Der Saal war mit mehr als 120 Menschen komplett überfüllt, sellten sind diese Briefings wohl so gut besucht. Neben mir auf dem Podium: Saya Kitasei (World Watch Institute), John Quigley (ehemals Minister für Naturschutz und Rohstoffe von Pennsylvania) und Jeanne Briskin (EPA - Environmental Protection Agency). Jeder von uns konnte seine Aspekte etwa 15 Minuten vorstellen, anschließend war noch etwa 20 Minuten Zeit für Nachfragen. Mein auf englisch gehaltener Vortrag über den Diskussionsstand in Europa, die rechtlichen Fragen in Deutschland und der deutsche Weg der Erneuerbaren Energien als Alternative zu fossilien Energien stieß auf großes Interesse. Ein Fernsehsender aus Pennsylvania fand ebenso Interesse daran, wie eine Doktorandin, die die Situation in Pennsylvania mit der in Deutschland vergleicht.
Am Abend stand dann ein "dinner debate" auf dem Plan, bei dem neben mir Richard Caperton vom Center of American Progress einen Input gab. Hier ging es vor allem darum, den deutschen Atomausstieg zu erklären und den Weg zu 100% Erneuerbaren Energien zu beschreiben. Auf Englisch ebenfalls eine Herausforderung.


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