Das heutige Frühtück fand mit dem "Transatlantic Climate Breakfast Club" statt. Wir tauschten uns hauptsächlich über den deutschen Atomausstieg, Windenergie, das heute vom Kabinett beschlossene Klimaschutzgesetz und positive kommunale Beispiele bei den Erneuerbaren Energien aus.
Anschließend folgte ein Gespräch mit Richard Ward von der "Future Energy Coalition", wo wir einige interessante Detailinformationen über die Bohrtechniken und die Fehlerquellen erfuhren, die dazu führen können, dass Methan in Trinkwasserbrunnen der Anwohner gerät, wie in Amerika geschehen. Es folgten einige Gespräche auf dem "Capitol Hill", wie man hier sagt, also in den Abgeordnetenhäusern rund um das Capitol, hier tragen wir Mitarbeiter von Kongressabgeordneten, die davon überzeugt waren, dass regulatorische Maßnahmen in den USA nicht nur auf Ebene der Staaten strenger gehandhabt werden müssen, sondern auch auf Bundesebene. Als erstes wird in diesen Gesprächen immer genannt, dass unkonventionelles Erdgas wieder unter den "Save Drinking Water Act" fällt, also der Grundwasserschutz nicht mehr ausgenommen werden darf, wie es derzeit der Fall ist.
Am Nachmittag ging es dann per Zug nach Philadelphia. Zugfahren in Amerika ist schon ein
besonderes Erlebnis, gibt es doch nur maximal so viele Tickets pro Zug wie Sitzplätze und wartet man nicht auf dem Gleis, sondern in einer Schlange davor und stürmt dann auf das Bahngleis. Knapp zwei Stunden dauerte die Fahrt im äußerst unterkühlten Zug, in dem auch mal eine Tür nach draußen offen stand, der Zug aber weiterfuhr, ein Ding der Unmöglichkeit in Deutschland.
Philadelphia ist dann ein echtes Kontrastprogramm zu Washington: Washington ist am Reißbrett geplant und gerade in der Gegend der Monumente sehr auf Symbolik ausgelegt und darauf, zu beeindrucken. Philadelphia ist dagegen mehr gewachsen, aber vor allem wesentlich lauter, alleine das permanante Dröhnen der Klimaanlagen fällt sehr auf, aber auch schmutziger und zudem noch schwüler. Das Abendessen fand dann in netter Atmosphäre mit sehr unterschiedlichen Teilnehmern statt. So waren ein Umweltschutzanwalt ebenso wie eine Shale-Gas-Firma vertreten, zudem hat sich unsere Delegation auf der Zugfahrt durch zwei Journalisten vergrößert.


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